Hallo Kollegen
Mehrere von euch haben erlebt dass der Ständer gebrochen ist und als bei unserem die Gängigkeit des Ständers anfing etwas nachzulassen, ich musste ihn mit dem Fuß ganz nach oben drücken bevor wir losfahren konnten, beschloss während der Winterzeit dem nachzugehen und glaube die Ursachen und Behebung des Problems gefunden zu haben.
Währender der Demontage entfernte ich die beiden Federn als erstes. Der Ständer blieb oben, also aufbocken und den Ständer runter und hoch bewegt bis er wieder einigermaßen leicht lief. Es gab keinen größeren Wiederstand, ging halt nur ein wenig schwer. Hier ist erwähnenswert dass unser Quadro nur knapp 3.000 km gelaufen hat und nur im Sommer unterwegs ist.
Demontage: Bolzen auf der linken Seite entfernen und Split auf der rechten Seite entfernen. Schon beim rausschlagen der Welle, mit Hammer und Dorn, war der Wiederstand nicht ohne. Als erstes stellte ich fest dass überhaupt kein Schmiermittel jeglicher Art vorhanden ist. => Ursache Nr. 1.
Nach grobem säubern sah das Resultat so aus.
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An den ROT markierten Stellen wird die Welle am Motorblock des Rollers gelagert, also keine Bewegung.
Die Blaue Markierung zeigt die Lagerung des Ständers der sich bewegt. An allen Stellen sieht ihr dass noch Farbe/Lackierung dran ist. => Ursache Nr. 2.
Schadensbild:
Die Ständerbrüche die bei uns im Forum in Bildern dargestellt sind zeigen dass der Bruch direkt unter der Lagerung 1 Stattfindet oder noch schlimmer am Alu Guss des Motorblocks was wirklich verehrend ist.
Siehe Beispiel von Chris84
Chris84 - 2015-06-17 15.08.33.jpg
Oder noch schlimmer von Thommy
Thommy - 20171015_085912.jpg
Ursachen:
Dass die Welle an den gelagerten Stellen Lackieret worden ist, ist ein klarer Fehler da diese mit der Zeit abnutzt und zusammen mit dem normalem schmutz und Feuchtigkeit eine zähe Paste bildet. Das überhaupt keine Schmierung vorgenommen worden ist bedeutet dass es frühere oder später zur Abnutzung kommen muss und auch dass nichts den Schmutz draus hält.
Diese zähe Paste, Siehe die dunklen Verfärbungen an der Welle am Beispiel Thommy, macht dass der Ständer immer schwerer runter geht und die Hebelwirkung an der linken Lagerung 1 und somit auf den Ständer selbst sich stetig erhöht bis es zum Bruch kommt.
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Ohne Schmierung wirken die Kräfte, beim runterdrücken des Ständerauf die Lagerung 1. Daher entstehen die Brüche auch entweder direkt hier wie bei Thommy oder darunter am Ständer selbst, wie bei den meisten anderen.
Anmerkung: Leider war ich zu schnell am Werk und habe kein Bild von der Welle gemacht als diese noch nicht Grob gereinigt war. Es kann daher einigen schwerfallen sich vorzustellen wie klebrig diese Paste gewesen ist. Hierzu folgendes. Als ich mit einem Lappen die grobe Reinigung vornahm klebte dieser an der Welle. Ich konnte nicht einfach den kompletten Lappen drum rum legen und abziehen/reinigen sondern musste auf einen Fingerbreit zurückgreifen um den groben schmutz zu entfernen.
Behebung:
Zur Behebung benötigt Mann/Frau nur folgendes:
- Eine Rundfeile
- Schmirgelpapier (Ich hatte 80 und 120 Körnung zur Hand). Normales Sandpapier ginge auch das es sich hauptsächlich darum geht die Lackierung/Farbe an der Welle zu entfernen.
- Kupferpaste…Heißt wahrscheinlich etwas anderes hier in Deutschland aber es ist das was man für die Schmierung an Bremsen verwendet. Falls es einer weis sagt mir bitte Bescheid. Es sollte zumindest etwas in der Art sein das selbst wenn nur wenig da ist eine hohe Schmierung gewährleistet. Ich bin mir sicher jemand von euch kann eine bessere Bezeichnung anbieten als der alte Däne hier macht.
Schritt 1: Welle Schleifen bis „der Lack ab ist“
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Mit der Körnung 120 bekommt man eine gute und glatte Oberfläche. Je glatter/Feiner geschliffen wird, umso besser.
Schritt 2: Rohr am Ständer von Dreck, Reste der Paste, befreien.
Mit der Rundfiele den groben Dreck entfernen. Nur wenig druckt ausüben das kein Metall entfernt werden soll.
Danach mit Schmirgelpapier, zuerst mit dem groben und dann mit dem feinen das Rohr den Feinschlief geben. Je feiner die Oberfläche des do besser, aber es reicht den grobsten Schmutz zu entfernen.
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Vor dem Zusammenbauen das die Welle mit „Kupferpaste“ einschmieren und kurz schauen ob die Löcher am Motorblock evtl. gereinigt werden sollten. Bei uns war die nicht der Fall aber hat ja auch nicht viel gelaufen. Sprich nicht viel Dreck ansammeln können.
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Gut gefettet geht an die Montage:
Das schwierigste, zumindest für mich, war die Montage der federn. Ich habe deshalb die Abdeckung zum Keilriemen entfernt um besser ran zu kommen.
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Für mich hat diese Lösung gut funktioniert und hat dann doch ca. 20 Minute gedauert da das verfluchte ding ein Eigenleben haben wollte.
Das Resultat: Der Ständer geht jetzt super leicht und ich bin mir recht zuversichtlich dass wir in der Zukunft keine Probleme erleben werden.
Die Behebung des potentiellen Problems dauert ungefähr 60 Minuten mit allem. Das Resultat stellt jedoch eine wirkliche Verbesserung da und spart, im schlimmsten Fall, 141,00 € für einen neuen Ständer.
Okay das soll es gewesen sein. Ich hoffe ihr habt Spaß beim Lesen gehabt.
Sollten noch Fragen sein lasst von euch hören.
Gruss Micha & Nils
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